Angesichts wachsender Verunsicherung durch Krisen
und Kriege sieht die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland,
Bischöfin Kirsten Fehrs, in der Osterbotschaft eine elementare Quelle von
Hoffnung und Halt. Zugleich verweist sie auf das breite Seelsorgeangebot der
Kirche, das Menschen ganz konkret und kontinuierlich im Alltag und in Krisen
begleitet.
Die Ratsvorsitzende der EKD sagt in ihrer Osterbotschaft: „Die Osterbotschaft der
Auferstehung Jesu Christi ist eine der machtvollsten Hoffnungsgeschichten, die
wir kennen. Der Sohn Gottes, der unter unglaublicher menschlicher Gewalt
gelitten hat, überwindet den Tod. Not und Leid haben nicht das letzte Wort. Mich
berührt in diesem Jahr besonders, wie widerständig und kraftvoll dieser Osterruf
ist: Die Zuversicht, dass das Leben siegt, inmitten all der Kriege und des Elends
dieser Tage.“ Ostern setze jeder Barriere, jeder Lebensfeindlichkeit sein Halleluja
entgegen. „Gott weist Hass und Vernichtung in die Schranken und hat dem Tod
am Kreuz die Macht genommen“, so Bischöfin Fehrs. „Die Abgründe der Welt sind
nicht die ganze Wirklichkeit. Darin liegt die Kraft von Ostern.“
Diese Osterbotschaft habe so gesehen auch eine seelsorgerliche Dimension: sie
stehe für eine Seelsorge der Hoffnung, die nicht nur in den großen Krisen, sondern
auch in persönlichen Niederschlägen trägt: „Ostern richtet den Blick darauf, dass
wir wieder aufgerichtet werden, auch in den leisen Nöten, bei Einsamkeit, Angst
oder Überforderung. Schon darüber sprechen zu können, lässt oft den schweren
Stein von der Seele rollen und ermöglicht ein befreites Aufatmen.“
Dass viele Menschen solche Gespräche suchen, zeige sich in den vielfältigen
Seelsorgeangeboten der Kirche. Allein in der Telefonseelsorge werden jährlich 1,3
Millionen Gespräche von den mehr als 200 Hauptamtlichen und rund 8.000
Ehrenamtlichen der Telefonseelsorge geführt – im Schnitt rund 3.500 Gespräche
am Tag. Hinzu kommen 44.000 Mails und fast 40.000 Chats.
Für die Ratsvorsitzende ist das gelebte Osterhoffnung. „Genau darin wird Ostern
mitten im Leben konkret: Menschen erfahren Entlastung, werden gehört und
spüren, dass sie mit ihren Sorgen nicht allein sind. Dieser lebensrettende
Hoffnungstrotz hilft, das Leben anzunehmen und zu umarmen“, so die Bischöfin.

